Die 10 wichtigsten Gesetzänderungen zum Online-Shopping

Online-Shopping

Viele Online-Shopper kennen dieses Szenario: Ihr bestellt ein Schnäppchen im Internet und später stellt sich heraus, dass es sich um einen Online-Shop im Ausland handelt, bei dem plötzlich andere Geschäftsbedingungen gelten.  Solche oder ähnliche Shopping-Fallen gehören ab dem 13. Juni der Vergangenheit an. Wir haben die wichtigsten Gesetzesänderungen für Euch zusammengefasst:

1. Die Versandkosten übernimmt der Onlinehändler

Einige Shops verstehen den Begriff Service und bieten bereits seit langem kostenlosen Versand an, ab 13. Juni wird das allerdings für alle Händler Pflicht. Mit Ausnahme von Sonderleistungen wie zum Beispiel Expressversand, entfallen für Euch jegliche Kosten für die Lieferung.

2. Die Rücksendung zahlt Ihr

Die neuen Gesetze arbeiten auch im Sinne der Anbieter. Solltet Ihr vom Widerrufsrecht zukünftig Gebrauch machen, sind die Kosten für den Rückversand von Euch zu tragen, sofern Euch der Händler über diese Rechtsfolge belehrt hat. Bisher musste der Rückversand ab einem Einkaufswert von 40 Euro für den Kunden kostenlos erfolgen und der Händler stattdessen die Rücksendekosten übernehmen. Oftmals hat das zu unbedachten Bestellungen geführt und viele Händler saßen auf immensen Kosten. Die neuen Regelungen zu Versand und Rückversand sind daher ein Geben und ein Nehmen für Kunden und Händler. Aber keine Sorge: auch den kostenlosen Rückversand verstehen viele Onlinehändler weiterhin als Serviceangebot.

3. Für alle EU-Staaten gilt eine Widerrufsfrist von 14 Tagen

Bislang herrschte noch keine Einheitlichkeit bezüglich der Widerrufsfristen innerhalb der EU. In Deutschland hat sie bereits zuvor 14 Tage betragen, im Ausland oftmals nur 7. Damit ist jetzt Schluss und egal, aus welchem Land Eure Sendung verschickt wird; es gelten mindestens 14 Tage. Und diese beginnen übrigens erst ab dem Zeitpunkt, in dem Ihr das Paket persönlich in den Händen haltet. Seid Ihr also mehrere Wochen verreist und der Nachbar nimmt das Paket entgegen, so beginnt die Widerrufsfrist trotzdem erst sobald Ihr das Päckchen bei ihm abgeholt habt. Andernfalls könnt Ihr Euch ja kein echtes Bild von der Ware machen.

4. Den Widerruf richtig erklären

Zwar müsst Ihr immer noch nicht angeben, wieso Ihr eine Bestellung zurückschickt, aber der Widerruf an sich muss zukünftig eindeutig erklärt werden. Das bedeutet, dass es nicht mehr länger ausreicht, die Ware einfach zurückzuschicken. „Retoure“ auf’s Päckchen zu schreiben, reicht ebenfalls nicht, denn das kann auch bedeutet, die Ware sei defekt und Ihr möchtet von Eurem Gewährleistungsanspruch Gebrauch machen. „Bitte Geld zurückerstatten“ ist da schon aussagekräftiger. In welcher Form der Widerruf erfolgt, ist ab dem 13. Juni allerdings gleichgültig: ein Vermerk auf dem Paket, ein schriftliches Dokument, ein Anruf, eine E-Mail — alles ist erlaubt. Weil es für beide einfacher ist, kann der Händler dem Kunden also auch ein entsprechendes Formular ganz einfach auf der Website zum Ausfüllen und Abschicken bereitstellen. In jedem Fall muss der Kunde eine Bestätigungsmail erhalten, dass dieses Formular beim Onlineshop eingegangen ist. Außerdem wird ein gesetzliches Muster-Widerrufsformular zur Verfügung gestellt, das der Kunden nutzen kann, aber nicht muss.
Weil der Widerruf zukünftig so eindeutig erklärt werden muss, reicht es also auch nicht mehr aus, die Annahme des Pakets an der Tür zu verweigern. Auch hier muss der Händler informiert werden oder auf dem Paket der Widerrufswunsch vermerkt werden.

5. Warenrücksendungen müssen nachweisbar sein

Nicht nur müssen Bestellungen rechtzeitig und korrekt zurückgeschickt werden, Ihr müsst auch nachweisen können, dass dies der Fall war. Am besten schickt Ihr also nicht das Paket zurück und sendet eine separate Widerrufs-E-Mail an das Unternehmen, sondern schickt beides gemeinsam mit dem Paketdienst zurück. So geht Ihr auf Nummer sicher, denn bei der Post erhaltet Ihr einen Beleg mit Datum, der den rechtzeitigen Eingang der Sendung innerhalb der Frist bestätigt.

6. Widerrufsbestimmungen einhalten

Zwar sind viele Regelungen für Online-Shopper durchsichtiger geworden, eines solltet Ihr allerdings auch zukünftig nicht umschiffen: die jeweiligen Widerrufsbestimmungen des Händlers zu lesen. Denn wenn diese nicht eingehalten werden, kann es auch ab dem 13. Juni sein, dass Ihr die Waren zahlen müsst.

7. Kein Widerrufsrecht auf Downloads

Zugegeben, ob ein Download etwa von Software oder Musik zurückgegeben werden kann, ist eine schwierige Frage und was deswegen bisher nicht einheitlich geregelt. Nun ist allerdings beschlossen: das Widerrufsrecht erlischt bei Download-Produkten; sie können nicht zurückerstattet werden.

8. Das „ewige Widerrufsrecht“ wird abgeschafft

Hat der Händler in der Vergangenheit nicht im Vorfeld eindeutig über das herrschende Widerrufsrecht informiert oder dies fehlerhaft getan, so galt für den Kunden das unbefristete, sogenannte „ewige Widerrufsrecht“. Ab demnächst wird dies allerdings abgeändert. Sollte eine Widerrufsbelehrung fehlen, so verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der 14-tätign Frist auf 12 Monate.

9. Neues Zurückbehaltungsrecht

Bis dato gibt es eine ziemliche unsinnige Regel: sowohl der Händler als auch der Käufer haben im Falle eines Widerrufs das Recht, ihre Leistungen zurückzubehalten, bis die andere Partei ihre Gegenleistung erfüllt hat. Konkret bedeutet das, der Kunde muss die Ware nicht zurückschicken, sofern er das Geld noch nicht erhalten hat und der Händler muss das Geld erst erstatten, wenn die Ware wieder bei ihm eingetroffen ist. Im Ernstfall bedeutet das, dass sich beide Parteien im Kreis drehen. Zukünftig kann der Onlineshop die Rückerstattung des Kaufpreises verweigern, bis er die Ware zurückerhalten oder der Kunde die Rücksendung der Ware nachgewiesen hat.

10. Zukünftig mehr Ausnahmen vom Widerrufsrecht

Einige Produktgruppen wie Alkohol, dessen aktueller Wert von Schwankungen auf dem Markt abhängt, oder Artikel, deren Versiegelung geöffnet wurde, sind zukünftig generell vom Widerrufsrecht ausgeschlossen.

Tipp: Auf der Website der Trusted Shops-Experten finden Kunden und Händler ausführliche White Paper zum Thema mit vielen weiteren Infos. 

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