Nicht mit meinem Fahrrad! Der richtige Diebstahlschutz

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland fast 320.000 Fahrräder gestohlen. Dabei werden immer weniger der Diebstähle tatsächlich aufgeklärt – im vergangenen Jahr nur 9,6%. Selbst Autobesitzer haben damit eine doppelt so hohe Chance, ihr gestohlenes Fahrzeug wiederzuerlangen. Für Fahrradbesitzer gilt das Vorsichtsgebot damit umso mehr. Wir haben die wichtigsten Schutzmaßnahmen für Euch zusammengefasst, damit Euer Rad nicht schon bald Teil der Statistik wird.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Österreich Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Ein sicherer Abstellort

Laut einer britischen Studie, hatten 72% der Fahrradbesitzer ihr gestohlenes Rad nicht an einem sicheren Ort geparkt. Dabei ist eigentlich selbstverständlich: Räder sollten nur an möglichst hellen und gut einsehbaren Orten abgestellt werden: einer Fahrradabstellanlage. Das hat nicht nur mit der Möglichkeit eines Diebstahls, sondern auch mit der Vandalismusgefahr zu tun. Verkehrsschilder und Co. sind also keine Alternativen, denn spezielle Abstellplätze bieten die Möglichkeit, den Rahmen sowie Vorder- oder Hinterrad gemeinsam abzuschließen und sind meist an öffentlichen, gut beleuchteten Plätzen positioniert. Besonders geeignet für das Abstellen des Rades sind Bügel- oder Vorderrad-Rahmenhalter oder sogar spezielle Radboxen für längere Abstellzeiträume. Vorsicht solltet Ihr bei einfachen.

Felgenhaltern walten lassen, denn hierbei können nicht mindestens zwei Komponenten des Rades befestigt werden: der Rahmen und ein Rad. Außerdem sollte ein hochwertiges Rad nicht zu oft am selben Ort abgestellt werden, damit Diebe nicht allmählich ein Gespür dafür bekommen, wann und wo sie zuschlagen können.

Das richtige Schloss

Vor der Schlossauswahl sollte klar sein, welche Rahmenbedingungen herrschen: Haltet Ihr Euch stets in unmittelbarer Nähe zum Rad auf, dient das Schloss zur Absicherung eines Fahrradkomponenten oder des ganzen Rades und sperrt ihr damit das Rad vielleicht sogar über Nacht weg? Eines gilt in jedem Fall: Das Schloss muss dem Angriff mindestens drei Minuten standhalten – nach diesem Zeitraum geben Diebe den Diebstahlversuch aufgrund der erhöhten Entdeckungsgefahr meist auf. Nicht selten haben sich Diebe sogar auf das Knacken einer bestimmten Schlossart spezialisiert, weshalb es immer ratsam ist, zwei verschiedene Systeme anzubringen. Experten raten außerdem dazu, für das Schloss etwa 10% des Kaufpreises, mindestens aber 40 Euro zu investieren. Hier eine Übersicht über die gängigsten Schlosssysteme:

Bügelschlösser – Sie bieten aufgrund ihrer robusten Beschaffenheit in der Regel den höchsten Diebstahlschutz, sind allerdings auch sehr unflexibel, schwer und können unter Umständen sehr teuer in der Anschaffung sein. Probleme ergeben sich oftmals auch durch ihre kurze Reichweite – sie können nicht überall befestigt werden.

Panzerkabel und textilummantelte Kettenschlösser – Sie bieten ebenfalls einen guten Diebstahlschutz und sind flexibler als Bügelschlösser, das heißt, sie bieten eine größere Reichweite. Außerdem sind sie schonend für den Fahrradlack und schützen vor Kratzern. Auch sie sind unter Umständen teuer in der Anschaffung.

Hochwertige Rahmenschlösser – Diese Schlossart ist schnell anzubringen und eignet sich in Kombination mit einem Kettenschloss für kurze Abstellzeiten.

Faltschlösser – Sie bieten einen hohen Diebstahlschutz und sind meist sehr flexibel. Außerdem sind sie platzsparend, denn man faltet sie zusammen wie einen Zollstock. Einziges Manko: Sie umfassen meist nur einen kleinen Radius und können daher nicht überall angebracht werden.

Spiral-oder Kabelschlösser – Zwar sind sie flexibel und leicht, allerdings auch leicht zu knacken. Daher sollten sie allerhöchstens als Wegfahrsperre dienen, wenn Ihr in unmittelbarer Nähe zum Rad bleibt.

Im besten Fall bietet Euer Schloss auch einen codierten Wendeschlüssel – die sind nicht nur praktisch in der Anwendung, da man sie von beiden Seiten zum Aufschließen verwenden kann und das lästige Gefummel damit entfällt, sondern sie sind auch nachbestellbar. Denkt Ihr an eine Fahrradversicherung, so solltet Ihr außerdem auf die Schlossvorgaben des Versicherers achten. Mehr zum Thema Fahrradversicherung folgt später.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Österreich Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Das sichere Abschließen

Mit der Auswahl eines sicheren Schlosssystems ist der erste Schritt getan. Viel wichtiger ist allerdings die sichere Anbringung des Schlosses an Rad und Umgebung. Hier ein paar Tipps zum Thema:

Das Schloss sollte niemals nur am Rad, z.B. zwischen den Speichen, befestigt werden, denn so kann der Dieb einfach das gesamte Rad entwenden und später in aller Ruhe das Schloss entfernen. Vielmehr sollte das Rad immer fest mit dem Abstellplatz verbunden sein – am besten an zwei Stellen, einem Rad und dem Rahmen.

Dabei sollte das Schloss nicht auf dem Boden aufliegen, sondern in der Luft freischweben, sonst kann es leicht und unentdeckt mit Hammer und Meißel aufgeknackt werden. Außerdem sollte das Schloss mit der Öffnung nach unten zeigen, das erschwert Dieben den Einsatz von Dietrichen.

Auch der richtige Komponentenschutz sollte beachtet werden. Hochwertige Einzelzeile sollten entweder abmontiert und mitgenommen, durch das Schloss mitgesichert oder durch spezielle Verschlusssysteme, z.B. das bekannte Pitlock-System, geschützt werden. Das ausgeklügelte Spezialmutter-System, bei dem 256 unterschiedliche Paare aus Mutter und Spezialaufsatz kombiniert werden, sichert so Teile wie Sattel, Bremsen, Scheinwerfer oder Anhängerachsen. Bei Elektrofahrrädern sollte unbedingt der Akku herausgenommen und mitgenommen werden, da dies das wertvollste Teil des Rades ist.

Weitere Schutzsysteme

Heute gibt es auch eine Reihe von elektronischen Diebstahlschutzsystemen. Da die Elektronik allerdings auf diesem Gebiet noch nicht allzu ausgereift ist, sollte hierbei vor allem auf Preis und Qualität sowie gute Testergebnisse geachtet werden. In Tests schneiden Fahrradsirenen, die beim Diebstahl ausgelöst werden, meist schlecht ab, während versteckte GPS-Peilsender zwar teurer, aber auch eine zuverlässigere Alternative sind – zumindest sofern der Dieb das Rad irgendwann an einem Ort abstellt und der Besitzer und die Polizei dann gezielt zuschlagen können. Außerdem spannend: Seit kurzem revolutioniert Bitlock die Welt der Fahrradschlösser. Hierbei wird das Fahrradschloss elektronisch mit einer App auf dem Smartphone des Besitzers verbunden. Das Schloss erkennt über Bluetooth das Handy in der Tasche des Besitzers und öffnet mit einem Druck auf das Schloss die Sicherung. Über die App kann der Besitzer diese Funktion auch auf die Handys seiner Freunde übertragen und ermöglicht damit das Bikesharing. Ein Schlüssel wird für dieses sichere Bügelschloss also nicht mehr benötigt.

Erfassungssysteme

Ist es erst einmal zum Diebstahl gekommen, stehen viele Besitzer vor dem gleichen Problem: Wie genau sieht mein Fahrrad eigentlich aus? Könntet Ihr Eures einwandfrei beschreiben? Zu diesem Zweck bietet die Polizei einen speziellen Fahrradpass, in dem das Rad und alle zusätzlich gekauften Komponenten eingetragen werden. Auf diese Weise könnt Ihr auch nach dem Auffinden des Rades durch die Polizei oder Euch selbst glaubhaft machen, dass es sich um Euer Rad handelt, denn nur dann erhaltet Ihr es zurück. Der illegale Verkauf von identifizierbaren Rädern ist risikoreich und daher unattraktiv für Profis, deswegen besitzen neue Räder meist eine Cordierung. Sollte diese bei Eurem Rad fehlen, könnt Ihr Euch bei der Polizei erkundigen, ob eine kostenlose Fahrradcodierung mit einer Rahmennummer möglich ist. Fahrradgeschäfte verlangen dafür meist zwischen 5 und 20 Euro. Für viele Versicherungen ist die Codierung neben einem geeigneten Schloss Voraussetzung für den Versicherungsschutz. Trotzdem ist die Codierung nicht optimal: sie kann in manchen Fällen manipuliert werden oder hält nicht auf dem Lack des Rades. Deshalb sollten Räder schon beim Kauf über den Pass und eine Codierung hinaus registriert werden. Bei der Registrierung werden europaweit Marke, Modell, Farbe und weitere Details in einer zentralen Datenbank abgelegt. Sollte Euer Rad nicht codiert sein (z.B. weil dies durch den Leichtbaurahmen nicht möglich ist), ist es dennoch resistiert und kann nach Löschung der Registrierung ganz einfach verkauft werden.

Die optimale Versicherung

Letztendlich bleibt ein Schloss allerdings ein Schloss – und wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem sei eine Fahrradversicherung ans Herz gelegt. Aufgrund der TÜV-Auszeichnung „Sehr gut“ für den ausgezeichneten Schaden-Service und einer Reihe von Spezialleistungen haben wir einmal die ARAG-Fahrraddiebstahl-Versicherung unter die Lupe genommen und als besonders empfehlenswert eingestuft. Beim Branchenbesten ist nämlich ein Rund-um-die-Uhr-Schutz inklusive, das bedeutet, der Versicherungsschutz wird nicht wie bei vielen anderen Versicherern durch eine Nachtzeitklausel außer Kraft gesetzt – auch nachts gestohlene Räder sind hier versichert. Außerdem gilt der Schutz weltweit, also auch, wenn Ihr mit dem Rad auf Reisen geht. Kostenerstattungen gibt es für das Rad, das Schloss, fest verbundenes Zubehör, den Anhänger und den Helm. Dabei ist die Versicherungssumme zwischen 300 und 5000 Euro von Euch in 100 Euro Schritten auswählbar, sollte aber dem Neuwert des Fahrrades entsprechen. Eine Selbstbeteiligung wird im Fall des Falles übrigens nicht fällig. Und ein weiteres Plus zuletzt: Wer auch über einen Hausrat-Schutz bei der ARAG versichert ist, erhält die Fahrraddiebstahl-Versicherung zu einem Preisvorteil von 30%.

Viele interessante Informationen zum Thema Fahrraddiebstahlschutz bietet das Booklet Präventionsstrategien zum Fahrraddiebstahl des österreichischen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie.

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