Die besten deutschen Städte, um ein Elektroauto zu besitzen

Elektroauto mit blauem Ladekabel

Die immer besorgniserregendere Klimakrise hat in Deutschland zu einem Anstieg von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln geführt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im ersten Halbjahr 2022 ein Viertel mehr Elektroautos zugelassen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Auch wenn es erfreulich ist, dass sich Elektrofahrzeuge durchsetzen, ist es noch ein weiter Weg, bis sie brennstoffbetriebene Autos überholen.

Viele sind bereit, angesichts der positiven Auswirkungen auf die Umwelt, von Benzin auf Elektroautos umzusteigen, zögern aber noch wegen der anfänglichen Kosten und der logistischen Probleme bei der Aufladung eines Elektroautos.

Deutschland ist der führende Automobilhersteller in Europa, aber wie gut stehen wir da, wenn es um die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge geht?

Um das herauszufinden, hat Savoo 24 der bevölkerungsreichsten Städte in Deutschland auf verschiedene Metriken untersucht: die Anzahl der Ladepunkte, den durchschnittlichen Preis pro kWh und den Gehaltsanteil für den Betrieb eines Elektroautos. Wir haben diese Daten mit den aktuellen Benzinpreisen verglichen, um herauszufinden, wie viel Elektroautofahrer bei den Betriebskosten sparen können und welche europäischen Länder bei der Erfüllung der Nachfrage nach Elektroautos führend sind.

Düsseldorf wird als die beste Stadt für Elektroautos gekürt

Wir haben die besten Städte in Deutschland für Elektroautos ermittelt. Dabei wurde die Anzahl der öffentlichen Ladestationen und die Kosten für deren Nutzung im Vergleich zu den Kosten für das Tanken eines Benzinfahrzeugs berücksichtigt.

Die besten Staedte in Deutschland fuer Elektroautos

Düsseldorf, die zweitgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen, ist mit einer Gesamtnote von 7,23 die beste Stadt für Elektrofahrer in Deutschland. Die Stadt verfügt über 125 öffentliche Ladepunkte zu einem Preis von 0,38 Euro pro kWh. Das vollständige Aufladen einer 50-kWh-Elektroautobatterie kostet nur 19 Euro pro Ladung. Das ist ein enormes Ersparnis von 54,48 Euro im Vergleich zu den Kosten für das Betanken eines Benzinfahrzeugs.

Mit einer Gesamtnote von 6,50 folgt Hamburg mit den zweitmeisten öffentlichen Ladestationen (348) nach der Hauptstadt Berlin, die über 406 öffentliche Ladestationen verfügt. Bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 2.942 Euro müssen Besitzer eines E-Autos in Hamburg weniger als ein Prozent ihres Gehalts pro Ladung aufwenden.

Hannover (Platz drei) hat den höchsten Anteil an öffentlichen Ladepunkten (65 %), die durchschnittlichen Kosten für eine Ladung liegen hier bei 0,39 Euro. Dies entspricht insgesamt 19,50 Euro pro Aufladung.

Es mag vielleicht überraschen, dass die deutsche Hauptstadt auf Platz 15 landet, was vor allem an den höheren Kosten liegt. In Berlin gibt es über 700 Ladestationen, von denen 56 % für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen. Die Kosten sind hier mit 0,43 Euro pro kWh etwas höher.

Köln ist der schlechteste Ort für E-Fahrer

Mit der niedrigsten Gesamtnote von 3,66 ist Köln die schlechteste Stadt in Deutschland für E-Fahrer. Neben Frankfurt am Main ist Köln eine der teuersten Städte, um Elektroautos aufzuladen. Hier muss man mit 0,44 Euro pro kWh rechnen, was 22 Euro pro Ladung entspricht und damit den höchsten Wert aller Städte darstellt. Dies ist jedoch immer noch deutlich niedriger als die Kosten für eine Benzintankfüllung, die im Durchschnitt 72,48 Euro beträgt.

Die schlechtesten Staedte in Deutschland fuer Elektroautos

Stuttgart und Wiesbaden folgen auf den Plätzen zwei und drei. Beide Städte weisen einen geringen Anteil an öffentlichen Ladestationen auf (12 % bzw. 35 %).

Duisburg, eine Stadt mit fast einer halben Million Einwohnern (495.152), hat insgesamt 30 Ladestationen, von denen nur acht der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Damit bildet die Stadt das Schlusslicht der fünf schlechtesten Städte. Zum Vergleich: Bochum (liegt auf Platz vier) hat mit 363.441 Einwohnern achtmal mehr öffentlich zugängliche Ladestationen.

Da drei der schlechtesten Städte in Nordrhein-Westfalen liegen, muss eindeutig mehr getan werden, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Denn allein in diesem Bundesland wird sich der Kauf von Elektroautos von 131.257 im Jahr 2022 auf 679.417 im Jahr 2030 mehr als vervierfachen.

Im Durchschnitt kann man in Deutschland mit einem Anstieg von 499 % bei den Elektroautobesitzern rechnen

Betrachtet man die aktuelle Anzahl an Besitzern von Elektroautos in Deutschland, so kann man vorhersagen, wie stark sich diese bis 2030 verändern wird.

Die Prognose fuer den Autobesitz in Deutschland 2030

Hessen hat in diesem Jahr 55.497 Elektroautos zugelassen und wird bis zum Jahr 2030 den größten prozentualen Zuwachs aller Bundesländer (+450 %) aufweisen. Insgesamt wird Hessen 2030 rund 305.073 Elektroautos zulassen, mehr als in jedem anderen Bundesland. Dahinter folgt Rheinland-Pfalz, welches im selben Jahr rund 127.920 zusätzliche Elektroautos zulassen wird.

Bulgarien ist das beste Land in Europa für Elektroautos, gefolgt von der Slowakei auf Platz zwei und Griechenland auf Platz drei

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einer Gesamtnote von 6,84 nur auf dem 14. Platz, obwohl es hier von allen Ländern die meisten Ladestationen gibt (43.272). Allerdings ist nur jeder vierte davon öffentlich zugänglich (10.772).

Die besten europaeischen Laender für Elektroautos

Bulgarien liegt an der Spitze, dicht gefolgt von der Slowakei, mit dem günstigsten Preis pro kWh. Dieser ist hier mit durchschnittlich 0,06 Euro am günstigsten von allen Ländern. Das vollständige Aufladen eines Elektroautos würde in beiden Ländern um die drei Euro kosten, was deutlich weniger ist als die Kosten für das Betanken eines Benzinautos. Allein in Bulgarien geben die Besitzer von Benzinautos jedes Mal 10 % ihres Monatsgehalts für eine volle Tankfüllung aus.

Italien liegt mit 0,35 Euro pro kWh auf dem letzten Platz des gesamten Rankings. Das Aufladen eines Elektroautos kostet hier im Durchschnitt 17,50 Euro. Allerdings ist Italien mit 7.271 öffentlichen Ladestationen in Bezug auf die Ladeinfrastruktur immer noch besser aufgestellt als die meisten Länder der Top zehn. Im Vergleich zu den Kosten für das Tanken eines Benziners können die Italiener mit einer Ersparnis von 62,45 Euro rechnen.

Sowohl die Besitzer von Benzin- als auch von Elektroautos haben aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten mit höheren Ausgaben zu kämpfen. Wie die Studie jedoch zeigt, erzielen die Besitzer von Elektroautos erhebliche Einsparungen, was sie zu einer guten finanziellen (und ökologischen) Investition für Autofahrer macht.