Von Vanessa Strauch

6/9/2022

Die besten deutschen Städte, um ein Elektroauto zu besitzen

Elektroauto mit blauem Ladekabel

Die immer besorgniserregendere Klimakrise hat in Deutschland zu einem Anstieg von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln geführt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im ersten Halbjahr 2022 ein Viertel mehr Elektroautos zugelassen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Auch wenn es erfreulich ist, dass sich Elektrofahrzeuge durchsetzen, ist es noch ein weiter Weg, bis sie brennstoffbetriebene Autos überholen.

Viele sind angesichts der positiven Auswirkungen auf die Umwelt bereit, von Benzin auf Elektroautos umzusteigen, zögern aber noch wegen der anfänglichen Kosten und der logistischen Probleme bei der Aufladung eines Elektroautos.

Deutschland ist der führende Automobilhersteller in Europa, aber wie gut stehen wir da, wenn es um die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge geht?

Um das herauszufinden, hat Savoo 24 der bevölkerungsreichsten Städte in Deutschland auf verschiedene Kriterien hin untersucht: die Anzahl der Ladepunkte, den durchschnittlichen Preis pro kWh und den Gehaltsanteil für den Betrieb eines Elektroautos. Wir haben diese Daten mit den aktuellen Benzinpreisen verglichen, um herauszufinden, wie viel Elektroautofahrer bei den Betriebskosten sparen können und welche europäischen Länder der Nachfrage nach Elektroautos am besten nachkommen.

Hamburg wird als die beste Stadt für Elektroautos gekürt

Wir haben die besten Städte in Deutschland für Elektroautos ermittelt. Dabei wurden die Anzahl der öffentlichen Ladestationen und die Kosten für deren Nutzung im Vergleich zu den Kosten für das Tanken eines Benzinfahrzeugs berücksichtigt.

Die besten Staedte in Deutschland fuer Elektroautos

Hamburg, die zweitgrößte Stadt Deutschlands, ist mit einer Gesamtnote von 6,27 die beste Stadt für Elektrofahrer in Deutschland. Die Stadt verfügt über 678 öffentliche Ladepunkte zu einem Preis von 0,39 Euro pro kWh. Das vollständige Aufladen einer 50-kWh-Elektroautobatterie kostet nur 19,50 Euro pro Ladung. Das ist eine enorme Ersparnis von 53,10 Euro im Vergleich zu den Kosten für das Betanken eines Benzinfahrzeugs.

Mit einer Gesamtnote von 6,04 folgt München mit den drittmeisten öffentlichen Ladestationen (533) nach Hamburg sowie der Hauptstadt Berlin, die über 936 öffentliche Ladestationen verfügt. Bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 3.162 Euro müssen Besitzer eines E-Autos in Hamburg weniger als ein Prozent ihres Gehalts pro Ladung aufwenden.

Düsseldorf (Platz drei) hat insgesamt 161 öffentliche Ladepunkte. Die durchschnittlichen Kosten für eine Ladung liegen hier bei 0,38 Euro. Dies entspricht insgesamt 19 Euro pro Aufladung und ist damit etwas günstiger als in Hamburg und München.

Die deutsche Hauptstadt schafft es auch in die Top fünf und belegt Platz vier im gesamten Ranking. In Berlin gibt es zwar die meisten Ladestationen (936), allerdings zählen die Kosten für eine Ladung zu den höchsten. Diese betragen 21,50 Euro (0,43 pro Kilowattstunde) für das vollständige Aufladen einer 50-kWh-Elektroautobatterie.

Köln ist der schlechteste Ort für E-Fahrer

Mit der niedrigsten Gesamtnote von 2,50 ist Köln die schlechteste Stadt in Deutschland für E-Fahrer. Neben Frankfurt am Main ist Köln eine der teuersten Städte, um Elektroautos aufzuladen. In beiden Städten muss man mit 0,44 Euro pro kWh rechnen, was 22 Euro pro Ladung entspricht und damit den höchsten Wert aller Städte darstellt. Dies ist jedoch immer noch deutlich niedriger als die Kosten für eine Benzintankfüllung, die im Durchschnitt 72,48 Euro beträgt.

Die schlechtesten Staedte in Deutschland fuer Elektroautos

Frankfurt und Münster folgen auf den Plätzen zwei und drei der schlechtesten Städte. Beide Städte weisen eine geringe Anzahl an öffentlichen Ladestationen auf (128 bzw. 74).

Wiesbaden, eine Stadt mit fast 300.000 Einwohnern (278.950), hat insgesamt 89 Ladestationen. Damit bildet die Stadt das Schlusslicht der fünf schlechtesten Städte.

Da drei der fünf schlechtesten Städte in Nordrhein-Westfalen liegen, muss eindeutig mehr getan werden, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Denn allein in diesem Bundesland wird sich die Zulassung von Elektroautos von 131.257 im Jahr 2022 auf 679.417 Neuzulassungen im Jahr 2030 mehr als vervierfachen.

Im Durchschnitt wird die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland um 399 % steigen

Betrachtet man die aktuelle Anzahl an Zulassungen von Elektroautos in Deutschland, so kann man vorhersagen, wie stark sich diese bis 2030 verändern wird.

Die Prognose fuer Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland 2030

Hessen hat in diesem Jahr 55.497 Elektroautos zugelassen und wird bis zum Jahr 2030 den größten prozentualen Zuwachs aller Bundesländer aufweisen (+450 %). Insgesamt wird Hessen im Jahr 2030 rund 305.073 Elektroautos zulassen, mehr als jedes andere Bundesland. Dahinter folgt Rheinland-Pfalz, welches 2030 rund 127.920 Elektroautos zulassen wird.

Die Niederlande liegen auf Platz eins für Elektroautos, gefolgt von Deutschland auf Platz zwei und Frankreich auf Platz drei

Im europäischen Vergleich liegen die Niederlande mit einer Gesamtnote von 5,76 auf Platz eins. Das Land hat von allen Ländern die meisten Ladestationen (41.223).

Die besten europaeischen Laender für Elektroautos

Die Niederlande zählen mit einem Preis von 0,09 Euro pro kWh zu den günstigeren Ländern. Das vollständige Aufladen eines Elektroautos kostet hier nur um die fünf Euro (4,65 Euro), was deutlich weniger ist als die Kosten für das Betanken eines Benzinautos. Niederländische Autofahrer von Benzinautos geben jedes Mal rund 92 Euro für eine volle Tankfüllung aus.

Deutschland liegt mit 0,14 Euro pro kWh auf Platz zwei, gefolgt von Frankreich mit 0,17 pro kWh. Damit liegt bei beiden Ländern der Preis etwas über dem der Niederlande.

Belarus landet auf dem letzten Platz des gesamten Rankings. Das Aufladen eines Elektroautos kostet hier im Durchschnitt 16,50 Euro. Das Land ist mit 30 öffentlichen Ladestationen in Bezug auf die Ladeinfrastruktur sehr schlecht aufgestellt, nur Moldawien stellt noch weniger zur Verfügung (sieben).

Sowohl die Besitzer von Benzin- als auch von Elektroautos haben aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten mit höheren Ausgaben zu kämpfen. Wie die Studie jedoch zeigt, erzielen die Besitzer von Elektroautos erhebliche Einsparungen, was sie zu einer guten finanziellen (und ökologischen) Investition für Autofahrer macht.

Viele von uns sind sogar bereits in der Lage, ihre Elektroautos am heimischen Stromnetz aufzuladen. Zugleich sind Balkonkraftwerke oder kleine Solarwerke für den Garten auf dem Vormarsch – durch das Einspeisen der Solarenergie können die Stromkosten zusätzlich gesenkt werden. Um ein eigenes Balkonkraftwerk noch günstiger zu kaufen, gibt es hier bei Savoo beispielsweise Kleines-Kraftwerk-Gutscheine, ACTEC-Solar-Gutscheine und Zendure-Gutscheine. Wer ein Solarkraftwerk zum Mitnehmen sucht, ist mit einem Bluetti-Gutschein gut bedient.